07.10.2021

Ein Radsportplatz für Sport, Tourismus und nachhaltige Mobilität in Preetz

Foto: Prototyp für Radmotorikpark Wien ©Radvokaten, www.radspielplatz.at
Foto: Prototyp für Radmotorikpark Wien ©Radvokaten, www.radspielplatz.at

„Rad fahren und schwimmen sollten alle Kinder können.“

Um unser Klimaziel bis 2030 zu erreichen, brauchen wir mehr Anstrengungen für klimaneutralen Verkehr in Preetz. Bei den Fahrradprüfungen fällt auf, dass immer mehr Kinder großen Verbesserungsbedarf bei der Fahrradbeherrschung haben. Kindern fehlen in Preetz sichere Orte zum Erlernen und Üben des Radfahrens. Wenn das Fahrrad in der Kindheit jedoch nicht als selbstverständliches Fortbewegungsmittel wahrgenommen wird, hat klimaneutraler Verkehr in Preetz keine Chance.

Ein Radsportplatz fördert Bewegungskompetenz, Koordination und Balance

Auf einem Radsportplatz können Kinder von klein auf ausprobieren, wieviel Spaß Radfahren macht! Verschiedene Hindernisse fördern die koordinativen Fähigkeiten. Der Parcours des 2020 eröffneten Radmotorikparks in Wien umfasst beispielsweise Wellenbahnen, Stangen-Slalom, Greifübungen, erhöhte Balancier-Strecken und eine Rüttelpiste. Mädchen und Jungen können spielerisch ihr Fahrkönnen verbessern, alleine oder in der Gruppe fahren und eigene Spiele erfinden. Dieses einzigartige Konzept eines Radspielplatzes entwickelte Alec Hager nach dänischen Vorbildern.

Preetzer Kinder und Jugendliche wünschen sich Radsportplätze

Bereits Ende 2020 entwickelten Schülerinnen des Berufsbildungszentrums Preetz im Rahmen des durch die Aktivregionen geförderten Projekts „Jugend gestaltet nachhaltige Zukunft“ die Idee, einen Parcours für einen einheitlichen Fahrradführerschein für Kinder zu errichten. Der Parcours sollte vormittags von Schulen und Kitas und nachmittags von der Öffentlichkeit genutzt werden. Im Frühjahr 2021 wiederum beteiligten sich rund 90 Kinder mit kreativen Ideen am Lesefest-Wettbewerb „Dein perfekter Spiel- und Sportplatz“. Unter den Einreichungen gab es eine Mountainbike-Strecke, eine Fahrrad-Skater-Bahn, „Skate-Rampen statt Wegen“ und einen „superglatten Asphaltweg zum Radfahren“.

Fahrradinfrastruktur hat das Potential zu einer neuen Sehenswürdigkeit zu werden

Pumptracks und mobile Radsportplätze liegen im Trend: Ein Radsportplatz ist ein touristisches Highlight, erhöht den Freizeitwert und wäre ein Alleinstellungsmerkmal für Preetz. Davon profitieren die ansässigen Geschäftsleute und die Gastronomie. Die 2019 eingeweihte Mountainbike-Strecke in der Gemeinde Mühbrook ist eine große Attraktion: zum Teil kommen die Freizeitsportler aus ganz Schleswig-Holstein. In Kiel wurde 2021 der erste Pumptrack eröffnet. Besucher unterschiedlichen Alters nutzen ihn mit Laufrädern, Fahrrädern, Mountainbikes, Skateboards und Inlineskates. Ein Radsportplatz, der darüber hinaus mit Bänken und Sitzgelegenheiten als Begegnungsraum gestaltet ist, fördert das Kultur- und Sozialleben der Stadt. Hier können Großeltern mit ihren Enkeln picknicken, Schulen Sportfeste veranstalten und Familien Kindergeburtstage feiern.

Preetz muss eine Kinder-Stadt sein, eine Stadt, in der sich Kinder frei bewegen können

Die Planung des Radsportplatzes sollte darauf abzielen, Zugänglichkeit, Nutzbarkeit und Erlebbarkeit für möglichst alle Kinder zu erreichen. Auch für Kinder, die körperlich beeinträchtigt sind oder deren Mobilität aufgrund von sozio-ökonomischen Barrieren eingeschränkt ist. Der Platz sollte möglichst zentral gelegen und über vernetzte und ausgebaute Radwege erreichbar sein. Kindergerechte Wegenetze nützen allen Bevölkerungsgruppen und können wesentlich zu ausreichend Bewegung und der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beitragen. Kinder, die mit dem Rad fahren, sind fitter und selbstständiger als Kinder, die mit „Elterntaxis“ gebracht werden.

Ein erster Schritt könnte ein temporärer „Pop-up-Radsportplatz“ sein

In der Pandemie sind in vielen deutschen Städten Pop-up-Radwege entstanden. Im September 2021 eröffnete die Stadt Stuttgart einen temporären Übungsplatz und lädt unter einer Brücke Kinder auf buntem Beton zum Radeln ein. Jugendliche in Freiberg bauten während des Lockdowns auf einem unbebauten Grundstück einen „Mini-Bikepark“ und wurden damit für den Social Design Award 2021 nominiert. Die Stadt Erlangen eröffnete im Juni einen mobilen Fun-Track im Zentrum, um Familien in die Innenstadt zu locken – mit großem Erfolg.

Offenes Grünes Treffen

Um die Vision einer kindgerechten und klimaneutralen Stadt umzusetzen, braucht es kreative Bündnisse. Daher möchten wir alle Interessierten herzlich einladen zum OFFENEN GRÜNEN TREFFEN am Montag, 22. November 2021 um 19 Uhr im Restaurant Feuerstein am Markt 17 in Preetz. Wo wäre der ideale Standort für einen mobilen Pumptrack oder einen temporären Übungsplatz in Preetz? Wo fehlen sichere Übergänge oder Radwege für Kinder? Wir freuen uns auf den Austausch und Eure/Ihre Ideen!

Charlotte Reimann

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Quellen:

- Das Zitat „Rad fahren und schwimmen sollten alle Kinder können“ stammt von von Alec Hager / Die Radvokaten 

- Die Thesen "Fahrradinfrastruktur hat das Potential zu einer neuen Sehenswürdigkeit zu werden" und "Die Stadt muss eine Kinder-Stadt sein, eine Stadt, in der sich Kinder frei bewegen können" stammen von der Kulturbeauftragte der dänischen Botschaft Birgitte Tovberg Jensen.

- Die Überlegungen zu einem kindergerechten Wegenetz stammen aus der sehr lesenswerten Broschüre "Mehr Platz für bewegungsaktive Mobilität" der VCÖ (jene Organisation in Österreich, die sich für ökologisch verträgliche, sozial gerechte und ökonomisch effiziente Mobilität einsetzt)



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