Das Wahlprogramm - Kommunalwahl 2018

Ortsmitte stärken

Die Planung der Ortsmitte wird uns auch in  in der Wahlperiode 2018 - 2023 wieder und noch intensiver beschäftigen. Dazu gehört auch eine vernünftige verkehrliche Erschließung und Lärmschutz für die Anlieger. Besonderes Augenmerk richten wir auf die Fußgängerbereiche und Fahrradwege, um ein konfliktfreies Miteinander zu ermöglichen. Um die Aufenthaltsqualität im Ortskern zu verbessern, sprechen wir uns für mehr Grün und keine Parkbuchten in der Dorfstraße aus.

Heikendorf hat als Stadtrandkern 1. Ordnung Funktionen wie die Versorgung mit sozialer Infrastruktur - Ärzte, Dienstleister, Einzelhandel, Wochenmarkt - zu übernehmen. Dringend benötigen wir Angebote für die ältere und jüngere Bevölkerung. Unter dem Aspekt des Einzelhandels werden wir die Ansiedlung des Discounters in Verbindung mit sozialem, seniorengerechtem Wohnen nicht aus den Augen verlieren. Das Konzept für unsere Ortsmitte muss nachhaltig und zukunftsfähig durchdacht sein.

Übrigens: Um Lärm- und Schadstoffminimierung zu erreichen, haben wir GRÜNEN den Antrag gestellt, Nutzern von Elektroautos Lademöglichkeiten an unter touristischen Gesichtspunkten ausgewählten Plätzen zu bieten. Unser Antrag hat in den Gemeinden unseres Amtes Schrevenborn die Zustimmung gefunden, Förderzuschüsse der AktivRegion Ostseeküste wurden inzwischen zugesagt. Die Ladesäulen werden noch in diesem Sommer aufgestellt.

 

Zukunftsfähige Verkehrskonzepte fördern

Wir wollen dem demografischen Wandel Rechnung tragen und die Verkehrssituation den Bedürfnissen von älteren Menschen, sowie eines familienfreundlichen Umfelds entsprechend gestalten.

Das Thema Verkehrssicherheit bedeutet für die GRÜNEN grundsätzlich: Vorrang des Menschen. Das heißt konkret

  • Ausbau und Verbreiterung von Radwegen
  • Entschleunigung des Ortszentrums (Beispiel: Radverkehr im Bereich Dorfstraße)
  • Barrierefreiheit (Beispiel: Absenkung von Bordsteinen)
  • Schulwegsicherheit
  • Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger sind gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer

Die Dorfstraße ist unsere Haupteinkaufsstraße. Die ständigen Interessenkollisionen zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern könnten durch einen Fahrradstreifen auf der Dorfstraße behoben werden.

Auch eine durchgehende Tempo 30-Zone im Ortskern und in Neuheikendorf ist für uns neben dem Sicherheitsaspekt eine Verbesserung der Lebensqualität (Lärm und Abgase). Die Verkehrslenkung kann an vielen Stellen verbessert werden, die Ausschilderung der Parkplätze ist – gerade für unsere auswärtigen Gäste – unzureichend.

 

Der Jugendarbeit einen Raum geben

In den vergangenen Jahren wurde der Schwerpunkt auf den Ausbau von Kita- und Krippenplätzen gelegt. Angebote für Jugendliche sind in Heikendorf rar. Der Jugendtreff ist seit Jahren in der OGTS untergebracht, was eigentlich als Übergangslösung gedacht war. Die Schaffung neuer Räumlichkeiten sollte beim Umbau der Schule angestrebt werden, doch nun werden die angedachten Räume von der Schule beansprucht. Wir machen uns stark für ein echtes Jugendzentrum, in dem altersgerechte Freizeitaktivitäten stattfinden können.

 

Bezahlbares Wohnen ermöglichen

Der soziale Wohnungsmarkt in Heikendorf als wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge ist, u. a. durch langjährige stiefmütterliche Behandlung, sehr angespannt. Trotz seit Jahren anhaltend hoher Bautätigkeit hat sich das Angebot an preisgünstigem Wohnraum immer mehr verknappt. Bei weiterhin steigenden Mieten wird es für Gering- bis Normalverdiener zunehmend schwierig, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Empfänger von Transferleistungen sind am Wohnungsmarkt nahezu chancenlos. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für die betroffenen Bevölkerungsgruppen ist daher ein zentrales Ziel GRÜNER Politik und unabdingbar auch für das Gelingen der Integration von Migranten.

Wir GRÜNEN stehen für eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik, die sich durch einen sozial- und umweltgerechten Charakter auszeichnet – bezahlbarer Wohnraum und damit Lebensqualität für Jung und Alt, Singles und Familien sowie Senioren! Nachhaltige Ortsentwicklung kann nur gelingen, wenn die knappen Flächen in Heikendorf nicht weiter nur für neue Eigenheimsiedlungen für Wohlhabende genutzt werden. Geeignete Flächen für die Schaffung von Wohnraum zu finden und bereitzustellen, ist besonders wichtig, ohne dabei für Mensch und Tier gleichermaßen wertvolles Grünland zu zerstören. Da durch Planungsrecht kein Einfluss auf Miethöhen genommen werden kann, ist anzustreben, möglichst auf gemeindeeigenen Flächen zu bauen, um entsprechende vertragliche Vereinbarungen mit geeigneten Partnern zu ermöglichen.

 

Den dörflichen Charakter Heikendorfs bewahren

In der vergangenen Wahlperiode wurde vieles, was zunächst nur als Plan und Konzept im Raum stand, auf den Weg gebracht. Wir GRÜNEN hätten uns zwar manches zurückhaltender, vielleicht auch kostengünstiger vorstellen können, sind aber durchaus bereit, die mit Mehrheit beschlossenen Vorhaben mitzutragen und weiter zu begleiten. Wo es angebracht ist, auch kritisch. Dazu gehört vor allem eine nachhaltige Siedlungsentwicklung, die besonders an der Peripherie unseres Ortes mit Augenmaß betrieben werden muss, auch um Grünstrukturen wo möglich zu erhalten. Überzeugungsarbeit zu leisten, Bürger einzubinden, Kompromisse zu finden: Das erfordert manchmal einen langen Atem und auch Kraft. Aber das ist uns Heikendorf wert.

Die bei uns durchaus vorhandenen „grünen Oasen“ sollen auch in Zukunft nicht übermäßig „städtisch“ strukturiert werden. Der beschauliche Charakter ist als besonderer Wohnwert zu erhalten.

 

Den Möltenorter Hafen sanieren

  • Zukunftsfähiges Konzept für den Hafen erstellen.
  • Modernisierung und Sanierung der Stege und Anlagen.
  • Liegeplätze vordringlich für Heikendorfer
  • Bedarfsgerechte Liegeplatzgebühren
  • Einbindung der betroffenen Vereine und Verbände (MSK, Fischer, Gilden, Fischereimuseum)
  • Beibehaltung des dörflichen Charakters
  • Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur

Bei einen geschätztem Investitionsstau bis 2021 von ca. 1,55 Mio € muss nach zukunftsfähigen Konzepten gesucht werden. Wir setzen uns dafür ein, dass der Möltenorter Hafen seine Rolle als traditioneller Teil von Heikendorf für Heikendorfer Bürger und Besucher behält und weiterhin ein zentraler Anlaufpunkt von Vereinen und Verbänden bleibt. Eine Ausweitung als moderne Marina aus kommerziellen Gründen lehnen wir aus Ökologischen und strukturellen Gründen ab.

 

(Plastik-) Müll vermeiden

Um unsere Umwelt und Natur zu schützen, legen wir Wert darauf, dass in der Gastronomie gerade an den Strandbereichen auf Einweggeschirr verzichtet wird.

 

Natur und Umwelt schützen

Unser Dorf ist mit seiner hervorragenden landschaftlichen Lage mit weiten Feldern, Wald und Wasser von der Natur verwöhnt. Wir sind uns dessen bewusst und wollen dies in seiner Gesamtheit bewahren. Wir wollen die Lebensqualität halten und möglichst verbessern. Der Erhalt und Schutz unserer heimatlichen Natur ist stets unser Anliegen. Diesen Leitgedanken wollen wir nicht über den alltäglich zu treffenden Entscheidungen vergessen und wollen uns auch in Zukunft als GRÜNE für Heikendorfs Wohl einsetzen.

Leider kommt es bei der Erschließung neuer Baugebiete immer wieder zur Beseitigung von Baumbestand und Knicks, was oft mit Erschrecken wahrgenommen wird. Wenngleich wir wissen, dass entsprechender Ausgleich geschaffen werden muss - nicht immer in direkter Nähe - bemühen wir GRÜNE uns doch sehr um den Erhalt möglichst vieler Bäume und Grünstrukturen, zumal Ausgleichsmaßnahmen tatsächlich vielfach nur bedingt als angemessener Ausgleich taugen.

Im Sinne des Pariser Klimaabkommens und in unserer Verantwortung für künftige Generationen muss insbesondere im Wärme- und Mobilitätssektor das Ziel verfolgt werden, auf kohlenstoffgebundene Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) zu verzichten. Was heißt das für Heikendorf? Wir wollen künftig stärker als bisher im Wärme-, Strom- und Mobilitätssektor auf Erneuerbare Energien, vorrangig Wind und Sonne, setzen. Zum Beispiel Heizen mit thermischen Solaranlagen oder mit Wärmepumpen, Nutzung von Sonnen- oder Windstrom auch für die Mobilität. Bei allen Planungen sind Aspekte wie Minimierung von Eingriffswirkungen, Ressourcenschutz usw. zu berücksichtigen.

Besonderen Schutz brauchen auch unsere natürlichen Ressourcen. Daraus folgt beispielsweise, dass eine weitere Zersiedelung des Gemeindegebietes, die Umwandlung wertvollen Grünlands in neue Baugebiete künftig nicht mehr erfolgen darf, der Pestizideinsatz in der Gemeinde reduziert wenn nicht völlig eingeschränkt werden muss, um auf Gemeindeebene dem Insektensterben entgegen zu wirken.

 

GRÜN wählen, heißt Zukunft wählen.

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